Ich muss vorausschicken, dass ich ein Fan des Autors bin. Gepackt hat es mich mit „Der ungezähmte Mann“. Leider hat der Verlag daraus eine Masche gemacht und so haben fast alle Titel von John Eldredge das Attribut „ungezähmt“. Hier passte es meiner Meinung nach leider weniger.

Aber worum geht es? Es geht um nicht weniger als den wichtigsten Teil von uns selbst, nämlich um unser Herz. Und dabei um die Frage, ob dieses, unser Herz denn nun gut oder böse ist. Eldredge gibt darauf – wieder einmal – eine erstaunliche aber auch durchaus unbequeme Antwort. Unbequem deshalb, weil die Antwort Konsequenzen bedeutet.

Bei seiner nächsten Aussage dann haben sich mir die Nackenhaare hochgestellt. Er behauptet nämlich, die Bibel sei voller Mythen. Wie bitte?! Zu meiner Schande muss ich eingestehen, dass ich selbst nicht wusste, was „Mythos“ denn wirklich bedeutet. Ich habe mir das anschließend sogar noch von fachkundiger Seite bestätigen lassen. Eldredge sagt, ein Mythos sei eine Geschichte, die von einer Wirklichkeit jenseits unserer Welt erzählt. Das bedeutet, dass unsere Welt in Wirklichkeit mehr ist als das, was wir naturwissenschaftlich zählen, messen und wiegen können.

Auf dieser Grundlage – „Ist unser Herz gut?“ und „Wir brauchen eine mythische Betrachtungsweise!“ – baut Eldredge dann sein Bild vom Christsein auf. Ich war davon so fasziniert, dass ich das Gebet am Ende des Buches seit einigen Wochen zu meinem „Morgenritual“ gemacht habe. Und, was soll ich sagen, es wirkt.

Ralf Menk