Hermie hat noch nicht mal Punkte oder Streifen, frisst ganz gewöhnliches Gras und lebt ein gewöhnliches Leben. Er ist traurig deswegen und spricht mit Gott darüber. Und Gott verspricht ihm, dass Er ihn liebt und noch viel mit ihm vorhat. Das tröstet Hermie ein bisschen.

Einmal trifft er eine Ameise, die sehr stark ist und wird wieder traurig, weil er sich schwach fühlt. An einem Regentag trifft er eine Schnecke, die schön trocken in ihrem Haus sitzt. Wieder wird er traurig, weil Gott ihm kein Haus gegeben hat. Dann sieht er einen Marienkäfer, bewundert seine schöne rote Farbe und die schwarzen Punkte und wird wieder traurig, weil er sich neben dem Marienkäfer so unscheinbar vorkommt. Jedes Mal ermutigt Gott ihn und sagt Hermie, dass Er ihn sehr mag und noch viel mit ihm vorhat. Hermie beginnt Gott zu glauben und dankt Ihm, dass er so erschaffen wurde, wie er eben ist. Mit diesem Gebet schläft er ein und im Schlaf verpuppt er sich. Als er wach wird, weiß er erst nicht, was geschehen ist, da platzt der Kokon auf, in dem er sich befindet und er kommt heraus als wunderschöner Schmetterling, der sogar fliegen kann! Jetzt erkennt er, dass Gott wirklich etwas Besonderes mit ihm vorhatte und dass er von Gott so geliebt wird, wie er gerade ist.

Mir ist dieses Kinderbuch neulich nach dem Gottesdienst in die Hände gekommen, als ich meine Tochter im Mutter-Kind-Raum betreute. Diese Geschichte hat mich sehr bewegt und nachhaltig beschäftigt. Die zentrale Aussage ist so ernüchternd wie zutreffend: Solange wir uns mit anderen vergleichen, sind wir nicht in der Lage, einen gesunden Selbstwert zu entwickeln. Das wird erst möglich, wenn Gott uns zeigen kann, wie wertvoll wir in Seinen Augen sind. Und gerade diese Einsicht macht uns zu dem, was Gott mit uns schon immer vorhatte!

Hermie – Eine ganz gewöhnliche Raupe: Zwar ein Kinderbuch, jedoch mit einem erwachsenen Inhalt.

Gerd Reschke