Was haben ein Arzt, ein Bankangestellter, ein Ehepaar mit Kindern, ein gelernter Schneider und eine junge alleinstehende Frau ohne Familie gemeinsam? Richtig, es sind ganz normale Menschen. 

Sie kommen aus aller Welt. Sie sind vor Not, Krieg und Terror geflohen und haben ihre Familien und buchstäblich ihre gesamte Habe zurücklassen müssen. Sie sind in einem fremden Land gelandet, in dem man sie als Problem betrachtet und möglichst schnell wieder loswerden will. Ihre Zukunft ist mehr als ungewiß.

Diese Menschen sitzen Woche für Woche in der Jüchener Grundschule und lernen Deutsch. Sie sind offen und fleißig, freundlich und hilfsbereit. Keiner aus unserem Team hat je eine so bereitwillige Lerngruppe erlebt. Bald kennen wir ihre Namen, ihre Herkunft und ihre Geschichte. Bei den Herkunftsländern sind praktisch alle Krisenherde der Welt vertreten.

Wenn man sie kennenlernt, werden aus „Flüchtlingen“ wieder Menschen wie du und ich. Sie müssen einkaufen, zum Arzt, sich mit den Behörden herumärgern und ihren Alltag bewältigen. Alles ist neu, sie müssen bei Null anfangen und sich in einer völlig fremden Umgebung orientieren. Dabei versuchen wir ihnen ein wenig zu helfen.

Unser Deutschunterricht findet seit April einmal pro Woche in der Jüchener Grundschule in den Weiden statt. Es gibt hier zwei bis drei Gruppen, die verschiedene Lernniveaus abdecken: eine Anfängergruppe und eine schwierigere Gruppe für Teilnehmer mit Deutsch-Vorkenntnissen oder guter Kenntnis einer Transfersprache und eine Spezialgruppe für die Fortgeschrittenen. Hier wird mit einem gängigen „Deutsch als Fremdsprache“-Lehrbuch gearbeitet. Das A und O ist das eigene Sprechen und schreiben, weil viele Teilnehmer in den Unterkünften und auch sonst in ihrem Alltag zu wenig Gelegenheit zum Sprechen haben.

Unser Fazit: Die Arbeit mit diesen Menschen ist eine wertvolle und lohnende Erfahrung! Hilfe ist jederzeit herzlich willkommen! Bitte melden Sie sich bei unseren Organisatoren, Jörg und Wiebke Matzigkeit, oder der Leiterin unserer Deutschkursarbeit, Ulla Baumann. Wir werden es Ihnen danken – und viele ganz normale Menschen aus aller Welt!

Björn Hambsch