Tief verschneite Hänge, blauer Himmel, hervorragend präparierte Pisten und die weltberühmte Schweizer Gastronomie – beste Bedingungen für 13 Wanderer, Boarder und Skifahrer aus Kelzenberg.

Vorfreude ist die schönste Freude, und so gehörte schon Wochen vor der Kelzenberger Skitour der Blick auf die aktuellen Temperaturwerte und Schneehöhen des schweizerischen Örtchens Samnaun zum täglichen Ritual, dicht gefolgt vom intensiven Austausch über die eigens gegründete WhatsApp-Gruppe zu allen möglichen Fragen des siebentägigen Wintervergnügens: Schneeketten? Wären nicht schlecht. Vignette? Ist gekauft. Skipass? Ja, kann man täglich erwerben. Einkaufen? Zollfrei im Ort. Essen? Auf der Piste oder in einem der zahlreichen Restaurants. Schweizer Franken? Euro geht immer. Geschwindigkeit mit Dachbox? 180 müsste gehen …

Nach gemütlicher Anreise mit Zwischenstopp erwartete uns die familiär geführte Pension Soliva in Samnaun-Compatsch. Übernachtung in geräumigen Doppelzimmern mit reichhaltigem Frühstück, Saunalandschaft, Skikeller und großer Aufenthaltsraum für abendliche Zockerrunden inklusive.

Für die kommenden sieben Tage war der Tagesplan so, wie es sich für einen Urlaub gehört: unkompliziert. Frühstücken, skifahren oder boarden oder wandern, essen, schlafen. Motto der Tour: „Jesus, kein Schnee von gestern“. Täglich eine kleine Andacht, mal klassisch, mal multimedial, aber immer mit einem weiterführenden Gedanken.

In besonderer Erinnerung bleibt mir die Abfahrt bei -21° Celsius. Knackig kalt wäre untertrieben, denn bei unserem flotten Fahrstil sorgte der eisige Wind auf 2.600 Metern über Normalnull für tiefgefrorene Nasenspitzen und gefühlte -35°.

Zum geflügelten Wort wurde in diesem Jahr „Schnapper“. Shopper mit glänzenden Augen, als hätten sie noch nie Sonderangebote gesehen, erzählen noch Tage danach von erfolgreichen Einkäufen in der Schweiz.

Eine Neuauflage der Kelzenberger Skitour ist in Vorbereitung. In den Osterferien 2018 soll es wieder nach Samnaun gehen.

Frank Wiedemeier