Als uns die Frage zu Beginn gestellt wurde, musste ich erst mal nachdenken. Worauf wollte Kerstin da hinaus? Wir wollten ja pilgern.

Nun die üblichen Verdächtigen wurden dann auch genannt. Kopf, Herz und Hände; damit versteht, glaubt und handelt man doch schließlich. Aber dann machte uns Kerstin aufmerksam auf das, wozu Jesus zu Beginn einer Beziehung sein Gegenüber aufforderte. „Denke ganz tief nach über Gott und Dich?“ Nö, hat er nicht verlangt. „Glaube ganz fest an mich?“ Nope, auch nicht. „Erledige folgende Aufgaben? Schon gar nicht.“

Folge mir nach; das war die Aufforderung von Jesus.

Und? Was braucht man dafür? Richtig! Die Füße sind der wichtigste Körperteil eines Christen. Denn Jesus ruft uns in seine Nachfolge. Tja… und pilgern, habe ich mir da an dem Morgen in der Kirche gesagt, ist jetzt für dich die sichtbare Handlung das zu tun und zu erleben – ganz praktisch.

Scheinbar sind wir Menschen so gestrickt, dass wir so sichtbare, fühlbare und erlebbare Sachen brauchen, um diese ‚Sache mit Gott‘ besser zu kapieren. Man schaue nur mal auf Taufe, Abendmahl oder die Hände beim Segnen auflegen. Alles Gesten, Handlungen und damit Erlebnisse, die uns helfen zu begreifen.

So bin ich dann losgegangen und habe für ein paar Stunden Jesus-Nachfolge und damit Jesus-Erleben und Jesus-Begreifen gemacht. Das Ergebnis lässt sich schwer beschreiben, denn es ist, glaube ich, sehr eigen. Es ist jedoch da und ich bin definitiv nicht bloß spazieren gegangen oder gewandert. Da waren Momente für Besinnung beim Tageszeitengebet und eine Zeit des Schweigens auf dem Weg, wo man mal bewusst mit sich selbst alleine war und ging … und ging … und ging.

Ich habe dabei gespürt: Da ist mehr. Ich bekam es nicht zu fassen, konnte mich bloß darauf einlassen. Und es war gut!    

Ralf Menk