Richard hatte Malaria. Und das ist schlimm – für einen selbst und für alle im Umfeld. Man hat enorm hohes Fieber und fühlt sich so kotzelend, dass man am liebsten dauernd sterben möchte. Man kann nicht mehr klar denken. Alle Gelenke tun weh. Und man verliert seinen Glauben und fühlt sich absolut untröstbar. Bei mir selbst war das früher auch noch immer mit ganz furchtbarem Heimweh verbunden. Richard hat mir folgenden Brief zu seiner persönlichen Situation geschrieben:

[columns count=“2″ gap=“2em“]„Ich kann zwar wieder auf zwei Beinen stehen, fühle mich aber immer noch ganz elendig, auch, weil man bei einem meiner liebsten Enkeltöchterchen Lepra festgestellt hat.

Es fing mit einem hellen Fleck am Bein an. Jetzt nimmt das Arme Pillen, wovon ihr schwindelig wird. Aber das ist noch nicht alles. Nein, jetzt ist auch noch meine Frau Nanella krank geworden und liegt da mit furchtbaren Schmerzen im Bauch und am Ischias, oder so. Manchmal fällt ja alle Kümmernis auf einmal über einen her.

Eines Abends kamen Gemeindefrauen mit Geschenken, um mit Nanella für Heilung und Trost zu beten. Als sie zu Ende gesungen und gebetet hatten, habe ich den frommen Müttern die ganze Ungerechtigkeit der Welt und alle Zweifel an Gott und meinen ganzen Kummer entgegen gehalten. Ich habe auch von der Lepra bei uns gesprochen, davon, dass die anderen Kinder wohl auch angesteckt werden würden. ‚Schön, dass ihr gebetet habt, aber meine Gebete gelten in Gottes Ohr gar nichts mehr. Er interessiert sich überhaupt nicht für meine Probleme!‘ Da hat eine der Omas gesagt: ‚Richard, mein Junge, du bist ganz dumm, wenn du meinst, dass Gott jemals macht, was du willst und was du gut findest. Nur Gott allein weiß, was wirklich gut ist. Wer nur glaubt, wenn es ihm gut geht und alles nach Wunsch verläuft, ist wie jemand, der Wasser vom Brunnen in einem Korb nach Hause tragen will!

Junge, du brauchst einen Eimer für deinen Glauben und keinen Korb. Der Eimer heißt: Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird‘s wohl machen. Psalm 37. Hast du nicht gesehen, wie Gott dich und uns alle bis hierher getragen und ertragen hat und uns geholfen hat? Gib ihm jetzt auch den Rest. Er wird‘s wohl machen!‘ Dann hat sie Nanella und ihre Pillen gesegnet, ist gegangen, und ich habe meinen Frieden im Herzen wieder gefunden.“

Bananen kann man im Korb tragen. Die sind fest. Aber Wasser und Glauben brauchen einen Eimer – einen, der ganz dicht ist. So hoffe ich, dass unser aller Glaube im Eimer ist.

Peter Gohl[/columns]