In einem Rundbrief, den wir im Neuen Testament lesen können, benutzt der Autor Paulus das Bild eines römischen Legionärs. Er will damit verdeutlichen, wie man sich den Herausforderungen des Lebens als Christ stellen kann.

Das Neue Testament enthält u.a. mehrere Briefe, die Paulus während seiner missionarischen Tätigkeit an verschiedene Gemeinden geschrieben hat. Einer davon ist der Brief an die Gemeinde in Ephesus. Zunächst werden verschiedene Gedanken über Jesus Christus und Seine Gemeinde entfaltet. Am Ende des Briefes schreibt Paulus über den Streit zwischen Gut und Böse. Er benutzt dafür ein Bild, bei dem er uns Christen mit Soldaten zu vergleicht. Zu seiner Zeit waren die bekanntesten Soldaten die Legionäre des römischen Weltreiches. Anhand der verschiedenen Gegenstände, die zur Ausstattung eines Legionärs gehören, verdeutlicht Paulus, womit wir als Christen von Gott ausgerüstet sind. Mit dieser Waffenrüstung können wir uns in einer Welt vorwärts bewegen, die von Gott entfremdet ist.

Die Waffen Gottes: Ausrüstung für den Kampf gegen die Mächte des Bösen

Stellt euch also entschlossen zum Kampf auf! Bindet den Gürtel der Wahrheit um eure Hüften, legt den Brustpanzer der Gerechtigkeit an und tragt an den Füßen das Schuhwerk der Bereitschaft, das Evangelium des Friedens zu verbreiten. Zusätzlich zu all dem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr jeden Brandpfeil unschädlich machen könnt, den der Böse gegen euch abschießt. Setzt den Helm der Rettung auf und greift zu dem Schwert, das der Heilige Geist euch gibt; dieses Schwert ist das Wort Gottes. (Eph.6,14-17)

Der Gürtel der Wahrheit

Hier geht es um die ewige Wahrheit, die uns durch die Bibel zugänglich gemacht wird. Diese Wahrheit informiert uns über unsichtbare, geistliche Zusammenhänge. Das ist eine Realität hinter den Dingen, die wir mit unseren Augen wahrnehmen. Wir können diese geistliche Realität durch den Glauben erfassen, verstehen und dann die Erfahrung machen, dass sie unserem Leben Halt und Festigkeit gibt. Wie ein Gürtel eben der Kleidung Halt und Festigkeit gibt.

Der Brustpanzer der Gerechtigkeit

Der Brustpanzer schützt beim Legionär den Oberkörper und damit lebenswichtige Organe. So wird das Herz des Christseins, nämlich die Beziehung zu Gott, geschützt durch die Tatsache, dass Gott uns von unserer Schuld freispricht. Die Gerechtigkeit, mit der Gott uns ausstattet, begründet sich nicht aus unserem moralisch edlen Charakter oder dem tollen Verhalten, welches wir als Christen (meistens) anstreben. Es ist eine grundlegende Wahrheit, dass Gott uns sagt: Du bist gerecht, Du bist o.k., wenn Du Dich mir anvertraust. Ich, Gott, sage dass Du, Mensch, in Ordnung bist. Die Basis dafür ist ausschließlich das Vertrauen. Das Vertrauen ehrt Gott, gibt Ihm in unserem Leben die einzig angemessene, nämlich höchste Priorität.

Die Schuhe

Jesus sagte zu Seinen Nachfolgern: „Ihr werdet meine Zeugen sein.“ Wenn wir uns auf die Beziehung mit Ihm einlassen, wird das unser Leben nachhaltig positiv prägen. Davon anderen Menschen zu erzählen, kann dazu beitragen, dass sie ebenfalls diesen Herrn kennen und lieben lernen. Das Königreich Gottes breitet sich aus, indem Menschen sich entscheiden, ihr Leben diesem Gott ganz zur Verfügung zu stellen.

Der Schild des Glaubens

Im Wort Gottes wird uns an sehr vielen Stellen mitgeteilt, wie Gott uns sieht: Er ist unser Schöpfer. Er hat bereits lange vor unserer Geburt über uns nachgedacht. Für Ihn sind wir extrem wertvoll. Unser Wert ist nicht von unserem Verhalten abhängig. Er hat uns mit königlicher Würde ausgestattet. Er hat uns dazu bestimmt, die Ewigkeit in engster Beziehung mit Ihm zu verbringen. Er hat uns gerecht gesprochen und Sein unzerstörbares Leben in uns hinein gelegt. Sein erklärtes Ziel ist es, uns in ein glückliches, überfließendes Leben hinein zu führen.

Diese Wahrheiten zu hören und zu glauben gibt uns eine völlig neue Identität, die nicht in uns selbst,

sondern in Gott begründet ist. Durch den Glauben verstehen wir, woher wir kommen, wer wir sind und wohin wir gehen. Jedoch wird diese neue Identität immer wieder in Frage gestellt. Wir fühlen uns mies, wenn wir uns nicht so christlich verhalten haben, wie wir es uns vorstellen. Wir erleben Menschen, von denen wir denken, dass sie viel wertvoller sind als wir, weil sie mehr im Rampenlicht stehen. Oder schöner sind, schneller, begabter oder was auch immer. Diesen Gedanken, die nicht von Gott kommen, können wir die Wahrheiten, die Gott über uns ausgesprochen hat, wie einen dicken Schutzschild entgegen halten. Es ist eine sehr durchdachte Formulierung, wenn hier von Brandpfeilen gesprochen wird. Die scheinbar sehr begründeten Zweifel an unserer neuen Identität tragen das Potential in sich, unsere Beziehung zu Gott zu untergraben. Sie verbrennen förmlich alles Gute, womit Gott uns ausgestattet hat, wenn wir nicht entschlossen die Wahrheit dagegen setzen.

Der Helm

Wie der Kopf des Legionärs im Kampf durch den Helm geschützt wird, tragen wir im Trubel des Alltags einen Schutz, indem unsere Gedanken geprägt sind von der Zukunft, die Gott für uns vorgesehen hat. Die Hoffnung auf alles Gute, was Gott uns unbedingt geben will, ist eine echte Perspektive. Und zwar bereits hier im Leben, aber ganz sicher reicht sie über den Tod hinaus in die Ewigkeit.

Das Schwert des Geistes

Die Bibel berichtet, dass Gott am Anfang alles durch Sein gesprochenes Wort erschaffen hat. Die Worte, die Gott ausspricht, haben schöpferische, gestaltende und kreative Macht. Auch in unserem Leben als Christen möchte Gott unseren Charakter durch sein Wort prägen und gestalten. Sein Wesen, Seine Liebe, Sein Frieden und Seine Weisheit werden entfaltet, wenn Er in unser Herz hinein spricht. Das ist eine Erfahrung, die uns befähigt, anderen Menschen diese lebensspendenden Worte weiter zu sagen.

Gerd Reschke