Christen haben Angst, dass jemand beweisen könnte, dass es Gott nicht gibt. Atheisten wiederum haben Angst, dass jemand beweisen könnte, dass es Gott gibt. Es gibt, wie bei jedem Ding, auch in der Diskussion um die Entstehung der Erde, immer zwei Seiten. Nie nur eine.

Woher kommt der Mensch? Wer hat die Welt gemacht?

Eine Unmenge an Theorien ist in Umlauf. Am verbreitetsten sind: Die Theorie vom Urknall: Es ist nicht ohne Komik, dass ausgerechnet ein französischer Priester, George Lemaitre, der Begründer der Urknalltheorie ist. Er und Edwin Hubble machten um 1930 herum die Entdeckung, dass sich die Galaxien in alle Richtungen von der Erde wegbewegen, je weiter, desto schneller. Irgendwann müssen sie so eng beieinander gewesen sein, dass das Weltall eine einzige undurchsichtige Gasmasse gewesen ist. Ursuppe nennt man das. Das war vor 14 Milliarden Jahren.

Die Evolutionstheorie

Charles Darwin machte im 19. Jahrhundert die Entdeckung, dass alle Lebewesen verwandt sind und einen gemeinsamen Ursprung haben. Vor sieben Millionen Jahren fing das an. Die Funde von riesigen Mengen an Fossilien in verschiedenen geologischen Schichten lassen den Schluss zu: Alles Leben entwickelt sich über Generationen hinweg fort und passt sich durch Mutation und Selektion den jeweiligen Lebensumständen an. Die, die das schaffen, überleben, die anderen nicht. Die Evolution ist von der katholischen Kirche erst von Pius XII und dann von Johannes Paul II päpstlich abgesegnet.

Die Schöpfung

Auch Christen haben immer schon versucht zu beweisen, dass Gott der Ursprung allen Lebens ist. Die Gottesbeweise von Anselm von Canterbury und Augustin sind Stoff im Religionsunterricht – aber das hat nie funktioniert. Das Wort ist ja ein Widerspruch in sich. Gott ist nicht beweisbar.

Die Bibel behauptet, dass es am Anfang der Welt jemanden gab, der dies alles in Gang gesetzt und in einem riesigen kreativen Kraftakt geschaffen hat. So beschreibt sie es auf den ersten Seiten mit den Schöpfungsberichten. Sie sind – ganz wichtig! – keine wissenschaftlichen Referate über die physikalische Entstehung der Erde. Sie sind ein vor Freude und Staunen beinahe platzendes Lied über einen wunderbaren Schöpfer. Quasi ein Liebeslied. Gott schafft das Universum wie eine Ouvertüre. Alles hat nur einen einzigen Zweck: Gott baut ein Nest für seine Jungen! Gott hat mich erdacht, geplant und geschaffen. Er liebt mich und tut alles dafür, dass wir ihn zurücklieben. Um das zu erreichen, kommt er auf diese Erde, wird Mensch, lässt sich durch all den Hass und Zweifel der Menschen nicht beirren, nein, sogar ans Kreuz schlagen. Das ist die Botschaft der Bibel.

Das ist der große Unterschied zwischen christlichem Glauben und den Naturwissenschaften. Die Naturwissenschaften denken mit ungeheurer Energie, mit ungeheurem Wissen und Können über das Wie nach. Aber nur und ausschließlich über das Wie. Wie ist der Kosmos entstanden? Wie das Leben und wie der Mensch? Die Bibel spricht nicht über das Wie. Die Bibel fragt nach dem Warum. 

Warum gibt es die Welt? Warum ist der Mensch auf der Welt? Was ist der Sinn seines Lebens? – Antwort: Als Gegenüber, als Freude, als Gefährte, als Liebespartner von Gott. Die Antworten nach dem Warum bleiben die Naturwissenschaften schuldig.

Der britische Physiker Stephen Hawking meinte, die Frage, was vor dem Urknall gewesen sei, sei ebenso sinnlos wie die Frage, was nördlich des Nordpols liege. Ich finde es unredlich, die Frage nach dem Vorher auszuklammern oder absurd zu finden. Denn: Was war vor dem Urknall? Wer hat den Urknall versursacht? Woher kommt die Energie der Quanten, der Quarks, die Ups und Downs und wie die Mikroteilchen alle heißen mögen? Die Evolution ist eine gigantische Entdeckung. Aber ihr Ursprung liegt im Dunkeln.

Stephen Hawking in seinem Jahrhundertbestseller ‚Eine kurze Geschichte der Zeit‘: „Nach wie vor haben wir ein unstillbares Bedürfnis zu wissen, warum wir hier sind, und woher wir kommen. Wenn wir die Frage beantworten könnten, warum und weshalb es das Universum gibt, dann würden wir Gottes Plan kennen.“ Auch dazu sagt die Bibel etwas: Gott hat dem Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt. Daher dieses Suchen. Es reicht dem Menschen nicht zu wissen, wie alles entstanden ist. Er will wissen, warum und wozu und was der Sinn von dem Ganzen ist.

Die Antwort auf diese Frage ist immer (!) eine Glaubensantwort, egal, welchem Denkmodell sie folgen: Auch die Naturwissenschaften gehen nicht von bewiesenen Fakten aus, sondern sie setzen einen Denkrahmen, innerhalb dessen sie weiterdenken. 

Die Evolutionslehre geht von der Grundannahme aus, dass jeglicher Gott eine Fiktion ist. 

Es geht also nicht darum zu fragen, wer hat Recht, sondern es geht schlicht und einfach darum zu entscheiden, nach welcher Lebenseinstellung du dein Leben führst. „Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller seiner Überlegungen“. (Max Planck)

Die Apollo-8-Astronauten haben Heiligabend 1968 auf dem Rückweg zur Erde dieses allererste Liebeslied der Bibel gelesen: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ klang es durch den Äther aus drei Astronautenmündern. James Irwin, der achte Mensch, der seinen Fuß auf den Mond setzte, sagte nach seiner Rückkehr aus dem All: „Es ist wichtiger, dass Jesus seinen Fuß auf die Erde gesetzt hat, als wir unseren auf den Mond.“

Ich habe mich entschieden, meine Grundannahme festzulegen: Ich bin Gottes geliebtes Kind. Ich bin gewollt. Ich habe einen Platz an Gottes Herzen und in dieser Welt.

Gabi Beuscher