Der Tempel in Jerusalem war zur Zeit Jesu das Wahrzeichen und Zentrum des jüdischen Glaubens. Ganz sicher war er ein eindrucksvolles Gebäude, welches viele Juden mit Stolz erfüllte. 

Der Evangelist Lukas berichtet in Kapitel 21, dass Jesus während eines Besuches im Tempel hörte, wie einige Leute sich voll Bewunderung über dieses Bauwerk unterhielten. Da sagte Er zu ihnen: „Es kommt eine Zeit, wo das alles hier zerstört werden wird. Es wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben.“ Das ist bestimmt eine sehr krasse Ansage gewesen für viele Seiner Zuhörer.

Dann begann Jesus über die Ereignisse zu sprechen, die vor dem Ende der Welt geschehen werden: Seine Nachfolger werden verfolgt und getötet werden, es wird Kriege geben, Völker und Reiche werden sich gegeneinander wenden, schwere Erdbeben, Hungersnöte und Seuchen werden ausbrechen. Das sind sicherlich keine Aussichten, mit denen man Massen von Anhängern rekrutiert. Und weiter geht es: „Die Menschen werden vergehen vor Angst und vor banger Erwartung dessen, was noch alles über die Erde kommen wird. Denn sogar die Kräfte des Himmels werden aus dem Gleichgewicht geraten.“ Es ist ganz und gar nicht niedlich, was Jesus da von sich gibt.

Am Ende dieser schaurigen Ankündigungen sagt Jesus: „Wenn diese Dinge zu geschehen beginnen, richtet euch auf und fasst Mut, denn dann ist Eure Erlösung nahe.“ Wir sind herausgefordert, die Dinge und unser Leben – inklusive aller Nöte – vom Ende her zu betrachten. Jesus hat angekündigt: Eines Tages wird Er wieder kommen, mit einer unvorstellbaren Macht alles Böse beseitigen und ein Reich des weltweiten Friedens errichten. Es wird dann kein Leid und keine Schmerzen mehr geben. Die Waffen werden nicht mehr benötigt und vernichtet werden. Alle Menschen werden in Frieden miteinander leben, Nahrung und Güter werden gerecht verteilt. Es gibt keine armen oder hungernden Menschen mehr. Jesus wird der uneingeschränkte König und Herrscher sein zum Wohle der ganzen Menschheit.

Heute sehen wir noch nicht, dass Jesus die höchste Autoritätsperson im ganzen Universum ist. Es gibt nur eine Möglichkeit, Ihn als König kennenzulernen und Seine Machtfülle zu erleben: Er brennt darauf, mit uns in einer tiefen Beziehung zu leben. Wenn wir Ihm erlauben, unser Leben zu erfüllen, dann wird Er uns mit einem Glauben ausstatten, der nichts mehr mit Selbstsuggestion zu tun hat. Der Glaube, den Er in unser Herz hineinlegt, öffnet den Zugang zu der unsichtbaren Realität, die hinter der uns umgebenden Wirklichkeit verborgen ist.

Auch wenn es sich wie eine fantastische Spinnerei anhört: Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott mich kennt. Ich glaube ganz sicher, dass Er mich gesucht und gefunden hat. Sein Plan für mich ist es, dass wir irgendwann für alle Ewigkeit zusammen sein werden in einer Dimension, die ich mir heute noch gar nicht vorstellen kann.

Das bedeutet aber dennoch nicht, dass sie nicht jetzt schon total real wäre. Jesus hat Seinen Nachfolgern angekündigt, dass Er bei Seinem Vater einen Ort vorbereitet, an den sie kommen sollen. Ich bin davon überzeugt, dass es sich nicht fremd anfühlen wird, wenn ich eines Tages dort sein werde. Eher wird es wie ein endgültiges nach Hause kommen sein, der Ort, an den ich wirklich hingehöre.

Heute, während ich noch unterwegs bin, betrachte ich mein ganzes Leben als Vorbereitung da-rauf. Mein Leben mit all dem Schönen und Guten, aber auch mit seinen Herausforderungen, Schwierigkeiten und Nöten. Ich glaube, dass Gott alles dazu verwendet, um meinen Charakter zu formen und mich vorzubereiten, um den Ort als endgültige Behausung einzunehmen, an den Er mich führen will. Je länger ich mit Gott unterwegs bin, desto tiefer bin ich davon überzeugt, dass alles in meinem Leben einen Sinn hat. Dazu gehören auch Dinge, die mir echt keinen Spass machen und mich vor Jahren an den Rand einer Depression gebracht haben. Es ist in den alltäglichen Turbulenzen mitunter echt schwer, sich auf die wichtigsten und zentralen Fundamente im Leben zu besinnen.

Jesus hat uns nirgendwo angekündigt, dass wir wie auf Rosen gebettet durchs Leben dahinschweben werden. Aber Sein Versprechen ist, dass Er uns festhalten wird. Er tröstet, wenn wir mutlos sind. Er richtet uns wieder auf, wenn wir gestolpert sind. Er lässt uns nicht los, wenn wir abgleiten. Auf diese Weise ist Er im Jetzt und Heute real erfahrbar.

Gerd Reschke